Die E-Scooter Revolution

Die Art unserer Fortbewegung ändert sich nicht über Nacht, weil der Mensch gerne an Altbewährtem festhält? Junge E-Scooter-Marken beweisen aktuell das Gegenteil und zeigen, wie Mobilität in Großstädten auch funktionieren kann. Sie sind dabei kleine Wunder der Agilität.

Mann fährt auf E-Scooter

Megatrend im Fokus: Mobilität

 

Groß wurde sie angekündigt, die Mobilitätswende. Durch immer ausgereiftere Technologien und neue Dienste soll in Zukunft jeder noch komfortabler und leichter von A nach B kommen. Und nun stehen die Großstädte voll mit diesen E-Scootern. Schuld daran ist die „letzte Meile“. Also all die Wege von Bahnhöfen, Haltestellen oder Parkplätzen ins Büro, Restaurant oder die eigenen vier Wände. Legten wir diese Wege in Vergangenheit noch zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto zurück, will der E-Scooter künftig das Fortbewegungsmittel der Wahl für kurze Distanzen sein. Seit Juni 2019 dürfen die Anbieter sogenannter Mikromobilitätsdienste auch in Deutschland mit ihren E-Scootern durchstarten. Beeindruckend ist vor allem das Tempo, in dem sich der Wandel vollzieht. Produkte, Infrastruktur und digitale Apps – alles entsteht in Rekordzeit.

Grafik beschreibt das rasant gestiegene Interesse an E-Scootern

Auch das Suchvolumen bei Google zeigt den kometenhaften Aufstieg der E-Scooter. (Datenquelle: Google Trends)

Von Null auf Hundert in Nullkommanichts

Nur wenige Meter von unserer Agenturhaustür entfernt steht einer. Er hört auf den Namen TIER und ist in Heidelberg der erste seiner Art. Das Berliner Startup kommuniziert seit August 2018 nach außen und betreibt sein Business mittlerweile in rund 40 Städten und zehn Ländern. Von der Idee über die Konzeption bis hin zum Start des Dienstes ging es ganz schnell. Ob TIER, Lime, voi. oder circ: Es sind Marken entstanden, die den Markt rasant entwickelt und gestürmt haben – sich mit den Services und Produkten agil an die nationalen Gesetzgebungen und individuellen Anforderungen anpassen. In schnellen Sprints und kurzen Innovationszyklen krempeln sie so eine Traditionsbranche kräftig um. Und nun steht der mintfarbene E-Scooter vor uns. Bereit zur Testfahrt.

Detailaufnahme E-Scooter

Mit viel Tempo zur Lovebrand?

Wie in so vielen Lebenslagen gilt auch hier: Wer zuerst kommt, malt zuerst – oder so ähnlich. Die Anbieter sind stark daran interessiert, potenziell lukrative Städte als erste mit ihrer Flotte einzunehmen. Das Ziel: sich vor anderen Wettbewerbern platzieren, den Kunden an seine Roller, sein Interface und seine Experience gewöhnen. Der Mensch ist schließlich Gewohnheitstier und nutzt lieber das, was er kennt. Er ist den Marken treu, die er schon positiv erlebt hat, statt einfach so mal Neues zu wagen. Das macht den Druck in der E-Scooter-Branche besonders groß. Denn es ist zu erwarten, dass sich – je nach Größe der Stadt – nicht mehr als zwei bis drei Marken durchsetzen und halten können. Da die zulässigen Geschwindigkeiten nach oben hin bei 20 km/h gedeckelt und auch die Preisstrukturen aktuell sehr ähnlich sind, zählt das Erlebnis bei der Nutzung. Je komfortabler und störungsfreier die Technik – digital wie physisch – und je stärker die Brands ihr Handling an die Vorlieben der User anpassen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, den Konkurrenzkampf zu überstehen.

Wir sind mittlerweile eine Runde mit dem E-Scooter gefahren. 3,20 Euro zeigt die App an, als wir auschecken. Mit der Straßenbahn wären es 2,10 Euro für eine vergleichbare Strecke gewesen. Allerdings hätten wir dann noch einige Meter zu Fuß gehen müssen. Wir fragen uns, wo diese vielzitierte „letzte Meile“ eigentlich beginnt und endet. Was einem das Mehr an Komfort wert ist – und sind geteilter Meinung. Aber wer weiß, vielleicht gibt es bald schon den nächsten aufregenden Mobilitätstrend und -dienst, der uns noch komfortabler von A nach B bringt – agil hochgezogen, in nur wenigen Monaten europaweit ausgerollt.

 

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